Literaturtage am 8. und 9. November 2021

23. Literaturtag KreisLandFrauenVerband Nordfriesland

„Ich verstand mich als Kind der Arbeiterklasse“

 

Endlich wieder zu Gast in der Nordseeakademie in Leck, nach der langen Coronapause freuten sich die nordfriesischen LandFrauen auf einen Tag ganz im Zeichen der Literatur.

In diesem Jahr stand die Schriftstellerin und Lyrikerin Ulla Hahn im Mittelpunkt der 23. Literaturtage des KreisLand Frauen Verbandes NF.  Frau Dr. Mechtild Hobl-Friedrich verstand, es die Zuhörerinnen mit der Biografie und ausgewählten Texten zu fesseln.

 

Geboren am 30. April 1945 in Brachthausen wuchs Ulla Hahn mit ihrem jüngeren Bruder Bertram in Monheim am Rhein auf. Ihre Kindheit war nicht einfach, ihr Vater neigte zum Jähzorn und von der Mutter erfuhr sie wenig Zuwendung. Nach dem Realschulabschluss musste sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau machen. Mit Hilfe ihres ehemaligen Lehrers konnte sie 1964 ihr Abitur machen, studierte anschließend Germanistik, Soziologie und Geschichte an der Universität Köln. 1978 promovierte sie zum Dr. phil. mit der Dissertation: “Die Entwicklungstendenzen der westdeutschen und sozialistischen Literatur der sechziger Jahre“.

 

Weitere Stationen ihres Lebens waren: bei Radio Bremen als Journalistin, als Lehrbeauftragte für Germanistik an den Universitäten Bremen, Hamburg und Oldenburg. Zeitweise war Ulla Hahn Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei. Sie war mehrere Jahre liiert mit Peter Schütt, Schriftsteller und ehemaliger DKP-Funktionär. Um zu verstehen, in welcher Zeit Ulla Hahn aufwuchs und agierte, zeigte Frau Dr. Hobl- Friedrich einen kleinen politisch chronologischen Abriss auf. Von der Gründung der Bundesrepublik bis zu den Protestbewegungen der 68 Jahre.

 

1981 setzte sich Marcel Reich-Ranicki sich für sie als Lyrikerin ein. Bei einem zufälligen Treffen in Wien, einer Fernsehdiskussion über Frauen Literatur, kam sie mit ihm in Kontakt. Ulla Hahn schickte ihm Gedichte und Reich-Ranicki war verblüfft ob so einer Lyrik von einer Frau! Ihre ersten Gedichte wurden veröffentlich, so wurde „Herz über Kopf“ 1983 zum Bestseller. Allerdings verriss Reich-Ranicki später ihre Prosa Werke, was kaum zu verstehen ist.

1966 heiratete sie Klaus von Dohnanyi, ehemaliger Bürgermeister von Hamburg. Sie lebt seit ihrer Eheschließung in Hamburg.

 

2001 erschien ihr Roman: „Das verborgene Wort“, dieses Werk setzt sich mit den nachfolgenden Werken: „Aufbruch“, „Spiel der Zeit“ und „Wir werden erwartet“ als Tetralogie fort.  Diese 4 Romane zogen sich wie ein roter Faden durch den Literaturtag. In diesen prosaischen Werken erzählt Ulla Hahn, anhand der Protagonisten Hilla Palm, ihr eigenes Leben. Wie sie es geschafft hat, aus dem engen, traditionellen Leben ihren eigenen Weg zu finden und zu gestalten. Ulla Hahn ist eine bemerkenswerte Frau und Schriftstellerin.

 

Nach der Mittagspause beschäftigten sich die Teilnehmerinnen in Gruppenarbeit mit diversen Texten, sowohl Lyrik als auch Prosa.

Ulla Hahn erhielt mehrere Auszeichnungen, u.a. ein Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo, den Friedrich Hölderlin Preis der Stadt Bad Homburg, den deutschen Bücherpreis, die Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg und viele mehr.

 

Nach Hahn ist der seit 2012 alle zwei Jahre vergebene „Ulla Hahn Autorenpreis“ der Stadt Monheim am Rhein benannt.

2013 wurde in ihrem Elternhaus das „Ulla-Hahn-Haus“ eröffnet, das sich der Kinder- und Jugendkultur mit Schwerpunkt der Sprach- und Leseförderung widmet.

Als „Schmankerl“ gab Frau Hobl-Friedrich preis, dass sie Frau Hahn persönlich kennt und sie mehrfach in Hamburg besucht hat. Die Gedichte, die Frau Hobl-Friedrich uns vorlas, hatte Ulla Hahn für uns ausgesucht.

 

So ging ein interessanter, kurzweiliger und literarischer Tag zu Ende, abgerundet durch eine Buchvorstellung von Frau Oeding aus Flensburg. Frau Oeding hatte viele Bücher im Gepäck, die Lust auf Lesen machen, aber sicher ist auch das Interesse und die Lust auf Ulla Hahns Bücher geweckt worden.

 

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