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Ursula Belker als
durchgängig Erwerbstätige mit Familie; Hilke Heuer als Mitinitiatorin eines
neuen Wohnprojektes mit einer eher ungewöhnlichen
Wohnform (WG) im Ruhestand: Annegret von Hielmcrone als ehemalige,
selbstständige Buchhändlerin, die den Zeitpunkt des Ruhestandes selbst
gewählt hat; Ilse Springer als Frau die in unterschiedlichen Bereichen
kurzfristig ehrenamtliche Aufgaben übernommen und Erfahrungen mit der
Problematik des Widereinstiegs in die Berufstätigkeit sammelte; sowie Erna
Lorenzen mit einem landwirtschaftlichen Betrieb im Hintergrund und einem
zeitintensiven Ehrenamt als Kreisvorsitzende des LandFrauenVerbandes
Nordfriesland.
Fundiert geleitet wurde diese Diskussion im TSBW-Husum von Britta Rudolph,
der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt.
Eines wurde schnell deutlich: Als „ein Schreckgespenst“ möchten alle fünf
Podiumsteilnehmerinnen die Zeit nach dem Erwerbsleben nicht werten.
„Gespenstisch wird sie erst, wenn die Selbstbestimmung und die
eigenverantwortliche Lebensgestaltung verloren gehen.
Die These, dass Frauen geübter in Übergangsprozessen sind als Männer
bestätigte sich bei fast allen schon durch die Erfahrungen einer er- und
gelebten Familienphase.
Erwerbsarbeit ist für viele Frauen der jetzt verrenteten Generation nicht
Mittelpunkt ihres Lebens gewesen, so dass der Einschnitt unter Umständen als
weniger scharf empfunden wird.
Als die Entscheidung für den Einstieg in die Berufswelt vorbereitet werden
musste, stand bei vielen eine durchgängige Berufstätigkeit demzufolge nicht
sehr im Vordergrund.
Im Elternhaus herrschte in den 60-er Jahren die Meinung vor, eine
qualifizierte Ausbildung wäre für Mädchen nicht so wichtig. Nur bei einer
der Teilnehmerinnen war ein akademischer Werdegang vorprogrammiert. Eine
weitere musste sich ihr Studium gar teilweise selbst finanzieren, da sie
diesen Weg gegen den Willen ihrer Eltern wählte.
Alle fünf haben ihrer Berufstätigkeit einen großen Stellenwert beigemessen,
betonten aber gleichzeitig, dass Beruf, Ehe und Familie nur als ein
komplettes Rundumwerk gesehen werden kann. Partnerschaftliche,
gleichberechtigte Entscheidungen waren dabei wichtige Elemente. Es bestehe
allerdings ein erheblicher Unterschied darin, ob ich arbeiten dürfe oder
müsse.
Ehrenamtliches Engagement ist bei allen Frauen ein verbindendes Segment,
trotz ihrer sehr unterschiedlichen Biografien. Alle betonten, wie wichtig es
ihnen ist, ihren persönlichen Teil zum gesellschaftlichen Leben bei
zusteuern. Aber auch, dass sowohl das Ehrenamt als auch das Erwerbsleben oft
eng miteinander verzahnt sei.
Ehrenamt bedeutet allen eine erhebliche Bereicherung, dies wäre ein
absolutes Faktum.
Schiebt sich der Ruhestand langsam in Reichweite, gilt es frühzeitig
Netzwerke zu bilden, noch früher aber, sich Gedanken um die Rente zu machen.
Darüber hinaus besteht der Wunsch, neugierig zu bleiben, offen auf Dinge
zuzugehen und nicht abzustumpfen.
Altersträume oder Wünsche können ganz verschiedener Art sein. Träume sind
gestattet – auch wenn sie nicht realisierbar sind. Man muss nicht alle
Wünsche erfüllt bekommen um ein zufriedenes Leben zu haben, denn: „ich habe
immer die Freiheit, das, was ich tue, gern zu tun“.
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